Es gibt 3 verschiedene Kozepte, wie eingehende Emails auf den Intranator kommen können.

Bei einem Provider wird für jede Email-Adresse ein eigenes POP-Postfach angelegt. Der Intranator holt jedes dieser Postfächer separat ab und stellt den Inhalt an den Empfänger zu.
Vorteile:
Bei fast allen Providern verfügbar
Keine Nichtzustellbarkeits-Emails (Bounces), da der Provider alle gültigen Adressen kennt
Nachteile:
Bei vielen Konten höherer Administrationsaufwand
Konten werden sequentiell abgearbeitet; bei hoher Anzahl an Konten daher höherer Zeitbedarf

Der Absender sendet die Emails direkt und ohne zwischengeschalteten Provider zum Intranator.
Vorteile:
Neue Emails kommen sofort an
Keine Nichtzustellbarkeits-Emails (Bounces)
Nachteile:
Es wird eine fest zugewiesene IP-Adresse benötigt

Alle Emails für eine Domain werden bei einem Provider in einem einzigen POP-Konto gesammelt. Der Intranator ruft dieses eine Konto ab und teilt die Emails dann auf die passenden Empfänger auf.
Vorteile:
Geringerer Administrationsaufwand, da beim Provider nur ein Konto gepflegt werden muss.
Nachteile:
Kein Standard für Multidrop-Kopfzeile
Nur bei sehr wenigen Provider funktioniert es vollständig (Mehrere Empfänger in einer Domain, BCC, ...)
Nichtzustellbarkeits-Emails (Bounces) nicht vermeidbar
Sollen Emails von einem einzelnen POP3-Konto bei einem Provider abgeholt werden, so kann dies unter Dienste > Email > Abholen konfiguriert werden. Es können für einen Benutzer beliebig viele externe Konten eingetragen werden.
Unter Email Server Verschlüsselung kann eingestellt werden, wie weit die Verbindung zum Server verschlüsselt wird. Bei manchen schlecht konfigurierten Servern führt die automatische Verschlüsselungserkennung zu Problemen beim Verbindungsaufbau. Hierfür ist der Modus "Keine" Verschlüsselung gedacht.
Haben Sie eine feste IP, ist es möglich die Emails direkt vom Absender zum Intranator senden zu lassen. Dazu müssen Sie Ihre statische IP von Ihrem Domain-Provider (normalerweise der, der auch für die Webseite zuständig ist) als MX (MaileXchange) in der Domain eintragen lassen. Außerdem müssen Sie den SMTP-Port in der Firewall öffnen (siehe 13. Kapitel, Konfiguration der Regeln ).
![]() | Achtung |
|---|---|
Verwenden Sie den Intranator mit dynamischen IPs und DynDNS auf keinen Fall zum direkten Empfang per SMTP, auch wenn einige DynDNS-Provider dies anbieten. Denn beim Wechsel der IP oder einer Leitungsstörung können Fremde Ihre Emails empfangen. |
Der Intranator kann die Emails für eine Domain per Multidrop aus einem POP3 Konto abholen und dann verteilen.
Der Provider muß die Möglichkeit anbieten, alle Emails für eine Domain in ein Konto zu speichern oder einen „Catch-All“ Account einzurichten, an den alle Emails mit unbekanntem Empfänger gehen.
Außerdem wird zum Verteilen ein sog. Multidrop Header benötigt, den der Mailserver des Providers in den Kopf der Email einfügen muß. In ihm wird der wirkliche Empfänger (Envelope / RCPT-To) der Email gesichert.
Es gibt jedoch verschiedene Typen von Multidrop-Headern:
| Normaler Header | Er heißt z.B. X-Envelope-To:, Envelope-to:, X-Original-To: oder X-RCPT-To: und enthält nur die Emailadresse des Empfängers. Dieser Typ wird hauptsächlich von der Exim Software angeboten. Tragen Sie den Namen des Headers (mit Doppelpunkt) in das „Multidrop Header“ Feld ein. |
| Qvirtual | Er heißt Delivered-To: und wird hauptsächlich von Qmail verwendet. Er enthält vor der eigentlichen Empfängeradresse eine Domainkennung. Tragen Sie die Domainkennung in das „Multidrop Header“ Feld ein. Beispiele dafür sind „mbox-ihredomain.de-“ oder „ihredomain.de-“ |
| Received | Die Email enthält keinen Multidrop-Header. Der Intranator versucht die Empfängeradresse aus den Recieved-Informationen im Header zu ermitteln. Dies kann bei manchen Providern zu Problemen führen. Einige Emails werden dann an den Postmaster (siehe Abschnitt 8.10, „Weitere Einstellungen“) zugestellt. Diese Option ist daher nur als Notlösung gedacht falls ein Provider keinen Multidrop-Header überträgt. |
![]() | Tipp |
|---|---|
Ist der Provider nicht in der Lage zuverlässig Envelope-Header einzufügen, so empfiehlt es sich, bei einem anderen Provider (z.B. 1&1) für wenige Euro pro Monat eine Domain extra für den Mailempfang einzurichten (z.B. „meinefirma-mail.de“). Der bisherige Provider kann dann alle Emails an die Domain 1:1 an die neue Domain weiterleiten. |
Beispiel 8.1. Beispielausschnitt aus einem Emailheader mit normalem Envelope-Header
Received: from localhost (localhost.localdomain [127.0.0.1]) by fire.local (8.11.6/8.11.6) with ESMTP id g3SMO2D10977 for <gerd@localhost>; Mon, 29 Apr 2002 00:24:02 +0200 Envelope-to: gerd@klickmich.de Delivery-date: Sun, 28 Apr 2002 21:22:01 +0200 Received: from pop.kundenserver.de [212.227.126.129] by localhost with POP3 (fetchmail-5.9.0) for gerd@localhost (single-drop); Mon, 29 Apr 2002 00:24:02 +0200 (CEST) Received: from [4.43.46.11] (helo=intranator.net.local) by mxng00.kundenserver.de with smtp (Exim 3.22 #2) id 171uF3-0007Sd-00 for gerd@klickmich.de; Sun, 28 Apr 2002 21:21:50 +0200 Message-Id: <j60jo.a5626@intranator.net.local> To: gerd@klickmich.de Subject: Test
Das einfache To: ist kein Multidrop-Header!
Beispiel 8.2. Beispielausschnitt aus einem Emailheader mit Qvirtual-Header
Return-Path: <k.schuster@irgendwo.de> Delivered-To: klickmich.de-m.muster@klickmich.de Received: (qmail 29628 invoked from network); 30 Jun 2002 14:47:38 -0000 Received: from moutng1.kundenserver.de (212.227.126.171) by pluto.link-m.de with SMTP; 30 Jun 2002 14:47:39 -0000 Received: from [212.227.126.162] (helo=mrelayng1.schlund.de) by moutng1.kundenserver.de with esmtp (Exim 3.22 #2) id 17OfzF-0003jP-00 for m.muster@klickmich.de; Sun, 30 Jun 2002 16:47:37 +0200 Received: from [217.81.153.239] (helo=intranator.net.local) by mrelayng1.schlund.de with asmtp (Exim 3.35 #1) id 17OfzF-0002Mf-00 for m.muster@klickmich.de; Sun, 30 Jun 2002 16:47:37 +0200 Received: from storm (storm.net.local [172.16.1.2]) by intranator.net.local (8.11.6/8.11.6) with SMTP id g5UElmD25862 for <m.muster@klickmich.de> Sun, 30 Jun 2002 16:47:48 +0200 Message-ID: <001d01c22045$12856700$020110ac@storm> From: "Karl Schuster" <k.schuster@irgendwo.de> To: <m.muster@klickmich.de> Subject: Beispiel
Interessant ist hier der „Delivered-To:“ Header. In diesem Beispiel ist die Domainkennung „klickmich.de-“. Tragen Sie diese in das „Multidrop-Header“ Feld im Intranator ein.
Wird der Multidrop-Header nicht korrekt eingestellt, so werden alle Emails, bei denen nicht der wirkliche Empfänger in To: steht, an den Postmaster geschickt. Dies sind z.B. Emails mit BCC:, weitergeleitete Emails, Emails von Mailinglisten oder Spam.
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